Iran: Ewin-Gefängnis (Teheran)


Schwarzer Donnerstag, den 17. April 2014, im Ewin-Gefängnis

Bookmark speichern oder einem Freund mailen

Facebook
Twitter
studiVZ meinVZ schülerVZ
del.icio.us
email

Offizielle Reaktion auf die Vorwürfe einer gewaltsamen Razzia in Trakt 350 des Ewin-Gefängnis, Teheran

Als Reaktion auf die vielfältige kritische Berichterstattung zum Überfall auf Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses zeigten die staatlichen Medien heute ein langes Interview mit dem Gefängnisdirektor Gholam Hossein Esmaili, die die Vorfälle herunter spielte und die schweren Verletzungen bei den Gefangenen leugnete.

Das Interview zeigt einen gut gelaunten Gefängnisdirektor, der die Darstellung der kritischen Medien weltweit rundum als Lügen abtut. Er stellt den gewaltsamen Überfall auf die Gefangenen als ganz normale und alltägliche Durchsuchung der Besitztümer der Gefangenen dar. Ziel der Durchsuchung sei die Beschlagnahme von Geräten gewesen, mit denen die Gefangenen Kontakt zu oppositionellen und staatsfeindlichen Medien hielten. Als Beweis wurden Bilder von angeblich bei der Razzia gefundener Handys, inklusive Ladegeräte und SIM-Karten gezeigt. (Anm.: Jede Kleinigkeit, die in den Besitz der Gefangenen gelangt, wird vorher durch die Gefängnisleitung ganz genau untersucht und nur dann ausgehändigt, wenn sie erlaubt ist.)

Es drängen sich Fragen auf wie: Warum befinden sich dann 30 Politische Gefangene auf der Krankenstation? Warum haben über 20 Politische Gefangenen an Präsident Rouhani geschrieben, mit der Forderung, die Vorkommnisse zu untersuchen? Und warum befinden sich seit der Razzia 12 Politische Gefangene im Hungerstreik? Die Berichte von den Angehörigen der Gefangenen, die ihre Verwandten besuchen und ihre Verletzungen sehen konnten, gegenüber den ausländischen Medien – alles nur erfunden und gelogen? Der Bericht eines Gefangenen, der Blut auf den Sitzen eines Minibusses gesehen hat, mit dem die Gefangenen ins Krankenhaus transportiert wurden, auch das soll erfunden sein?

Amnesty International hat inzwischen eine Urgent Action initiiert, die ebenfalls eine Untersuchung der Vorfälle fordert und verlangt, dass die medizinische Versorgung der Gefangenen gewährleistet ist und sie vor Folter und sämtlichen Misshandlungen geschützt werden.
http://j.mp/1fm2lL6

Bookmark speichern oder einem Freund mailen

Facebook
Twitter
studiVZ meinVZ schülerVZ
del.icio.us
email

Protestversammlung von Angehörigen von Gefangenen vor Bürogebäude von Präsident Rouhani

Am heutigen Montag, den 22.4.2014, versammelten sich über 150 Angehörige und weitere UnterstützerInnen der im Trakt 350 des Ewin Gefängnis überfallenen Insassen vor dem Regierungsgebäude von Präsident Rouhani. Sie forderten die Untersuchung des Überfalls und verlangten die Einsetzung einer Kommission.


Angehörige von Gefangenen versammeln sich in der Pasteurstraße, Teheran

Auf der Versammlung wurden Parolen gerufen wie „Vazir bi kefayat: estefa, estefa“ (Unfähiger Minister, zurücktreten, zurücktreten; Gemeint ist der Justizminister, Mostafa Purmohammadi, der wie üblich das Geschehen heruntergespielt hat und von nur zwei leichten Verletzungen sprach.). Es wurde Aufklärung darüber gefordert, wer die Gefangenen geschlagen, oder ihnen Arme und Beine gebrochen hat und dass diese Täter vor Gericht gestellt werden.


Plakataufschriften: „Protest gegen Überfall auf Gefangene“ und „Was wir mit eigenen Augen gesehen haben, war unglaublich“

Ein Regierungsangehöriger kam zu den Angehörigen und bot ihnen an, dass sie einige Vertreter auswählen und für ein Gespräch mit einem Repräsentanten der Regierung entsenden könnten. Die Angehörigen wählten sodann fünf Vertreter aus, die sich ins Regierungsgebäude begaben. Bis zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels (Spätnachmittag im Iran) sind die Vertreter noch nicht wieder erschienen und es gab noch keine Nachrichten über den Verlauf des Gesprächs.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen

Facebook
Twitter
studiVZ meinVZ schülerVZ
del.icio.us
email

Iran – Einzelzelle


Moderne Einzelzelle im Ewin-Gefängnis in Teheran

Das Foto zeigt – leere – Einzelzellen im Ewin-Gefängnis. Mehr als 30 Gefangene, die am Schwarzen Donnerstag, am 17.04.2014, aus dem Trakt 305 mit verbundenen Augen abgeführt wurden, sind jetzt in solchen Einzelzellen inhaftiert.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen

Facebook
Twitter
studiVZ meinVZ schülerVZ
del.icio.us
email

Iran: 5-Minuten-Besuch im Gefängnis

Am Montag, den 21.04.2014, durften die Angehörigen (eine Person pro Familie) für fünf Minuten mit den Gefangenen im Trakt 350 des Ewin-Gefängnisses sprechen.
Trotz entsprechender Warnungen der Sicherheitsorgane wandten sich die Angehörigen nach dem Kurzgespräch an den BBC und berichteten dort, was sie gesehen und gehört hatten.
Während der Direktor für das Gefängniswesen im Iran, Gholamhossein Esma‘ili, erklärte, den Gefangenen sei nicht mal ein Härchen gekrümmt worden, wussten die Angehörigen anderes zu berichten.
So berichtete ein Gefangener, dass er mit Knüppeln geschlagen wurden, während man ihm Fußfesseln, Handschellen und eine Augenbinde angelegt hatte. Viele Gefangene wiesen blaue Fleckung oder Anschwellungen, auch im Gesicht auf. Die Mutter eines Gefangenen fiel sogar in Ohnmacht, als sie den Zustand ihres Sohns sah.
Einigen Gefangenen seien von den Wärtern zur Strafe die Haare geschoren worden, worauf auch andere Gefangene aus Solidarität selbst ihre Haare geschoren hätten.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen

Facebook
Twitter
studiVZ meinVZ schülerVZ
del.icio.us
email

Iran: Studenten gegen Zensur und Überwachung

2400 Studentinnen und Studenten der Allame-Tabatabai-Hochschule haben einen Brief an den Rektor der Hochschule mit Kopie an den Kultusminister des Irans gesand.
In ihrem Brief protestieren sie gegen die Vorzensur von Studentenzeitungen, was gegen einen Beschluss des Hohen Rats der Kulturrevolution verstoße. Dieser Hohe Rot wurde nach der Revolution von 1979 gebildet und ist für die Lehrpläne zuständig.
Die Studenten fordern außerdem mehr Lehrkräfte an der Hochschule, eine Beendigung der Diskriminierung von studierenden Frauen, und sie fordern die Abschaffung der Überwachungskameras, die im Hochschulbereich installiert wurden.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen

Facebook
Twitter
studiVZ meinVZ schülerVZ
del.icio.us
email

Iran: Gefangene schreiben an Präsident Rouhani

Am Sonntag haben 28 politische Gefangene des Trakts 350 des Ewin-Gefängnisses von Teheran einen Brief an den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani geschrieben und ihn gefordert, die Vorfälle vom Donnerstag zu untersuchen. Auch der Nationale Sicherheitsrat des Irans solle sich mit diesem massiven Gewaltakt befassen, dem die Gefangenen ausgesetzt waren.
Am Montag, den 21.04.2014 haben darüber hinaus 12 politische Gefangene den Hungerstreik erklärt, um gegen die beispiellose Gewalt gegen die Gefangenen zu protestieren.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen

Facebook
Twitter
studiVZ meinVZ schülerVZ
del.icio.us
email