Was Wollten Wir, Was Haben Wir Erreicht? – Zum Jahrestag der Grünen Bewegung

Drei Jahre ist es her, als Millionen von Iraner unter Schock auf die Straßen kamen und erwarteten das “etwas” geschieht. Sie kamen aus ihren Häusern raus und wollten Ahmadinedjads Anhänger beim Jubeln zusehen. Dabei sahen sie andere Menschen die auch unter Schock auf etwas warteten. Und das war der Anbeginn der grünen Bewegung. Eine Bewegung, die Hoffnung in Gesellschaft bringen sollte.

Ihre Ziele: Demokratie und Freiheit, Wiederholung der Wahlen, Referendum. 
Das Ergebnis (bis jetzt): Viele Verhaftungen und Tote, Mehr Auswanderung, Hausarrest von Mousavi und Karroubi, Noch weniger Pressefreiheit, … . Und nicht weniger wichtig: Hoffnungslose Jugend.

Ist die Grüne Bewegung nun Tod? Die Antwort hängt davon ab, wie man die Grüne Bewegung definiert. Sollte die Grüne Bewegung aus Straßenprotesten bestehen, die Ahmadinedjad entmachten oder gar das Ära der Islamischen Republik beenden? Dann ist die Frage mit “Ja” zu beantworten. Denn die Straßenproteste sind zuerst gescheitert. Sie können wieder in der Zukunft entstehen, es sieht aber zur Zeit nicht danach aus.

Oder sollte die Grüne Bewegung neue Diskurse in die iranische Gesellschaft bringen? War sie wie ein Phönix, der erst streben musste, damit der modernere, Phönix in die Welt kommen kann?

***

In diesem Blog erwähnten wir bereits, dass nicht bedachte, planlose Züge der Reformer und die langweilige  Statements der Koordinationsrat der Grünen Bewegung eine Ursache für das Scheitern der Straßenproteste waren. Alleine den Reformern die Schuld zu geben wäre aber zu einseitig. Das Ausnutzen der Emotionen zwecks Radikalisierung der Gesellschaft durch manch oppositioneller Gruppen im Ausland hatte nur negative Folgen: mehr Tote und Verhaftungen plus eine hoffnungslose Jugend, die gelernt hat, sich an das Verlieren zu gewöhnen.

Was soll man also tun? Reden, bis neue Inhalte raus kommen. Statt Politikern nach zu äffen, soll man seine Wünsche selber äußern. Und zwar so konkret wie möglich. “Freiheit” und “Demokratie” wollte auch Ajatollah Chomeini, nur hat er eine andere Vorstellung von den beiden Begriffen gehabt.

In den letzten Jahren sind viele Tabus in der iranische Gesellschaft gebrochen. Für mich ist das etwas, was wir erreicht haben. Ja, Demokratisierung außerhalb der Straße, damit werden uns hier in der Zukunft mehr auseinandersetzen. Hoffentlich!

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