Die drei von der Machtstelle im Iran

Westliche Beobachter, die nur beiläufig etwas von der politischen Ränke im Iran mitbekommen, müssen irre werden, ob den scheinbar täglich wechselnden Allianzen, Bündnissen und Zerwürfnissen. Der Oberste Führer Khamenei versucht alle auf Harmonie zu trimmen und hat mehrfach dazu aufgerufen sich nicht in der Öffentlichkeit zu beharken. Er brachte sogar das Wort von den Verrätern ins Spiel, wer seine Konflikte öffentlich austrüge. Nun kam es genau dazu.
Präsident Ahmadinedschad hatte schon im Frühjahr 2011 dulden müssen, dass einige seiner engsten Berater verhaftet wurden und er nicht den Informationsminister Akbar Moslehi hatte absetzen können. Jetzt sollte es einem Verbündeten, der dem Arbeitsminister unterstellt war, an den Kragen gehen. Sa’ed Mortasavi, berüchtigter ehemaliger Oberstaatsanwalt im Zusammenhang mit den Morden von Kahrizhak sollte aus seiner neuen Verantwortung innerhalb des Arbeitsministeriums entlassen werden und war verhaftet worden. Der Arbeitsminister wurde mit der Mehrheit der Parlamentarier seines Amtes enthoben. Ahmadinedschad liess sich im Parlament sehen und führte ein Video vor, dass einen Bruder des Parlamentspräsidenten Ali Laridschani während einer Bestechungsaktion zeigte. Er warf der Familie Laridschani Mafia Methoden vor.
Laridschani liess das nicht auf sich sitzen und warf Ahmadineschad wiederum Kontakte zu den Volksmudschahedin vor. Danach forderte er Ahmadinedschad auf, das Parlament zu verlassen.
Man muss sich fragen warum Khamenei seine Streithähne gewähren lässt, obwohl er deutliche Warnungen ausgestossen hat. Gilt die Warnung etwa nur für untere Chargen? Schwer vorstellbar. Warum hält er überhaupt an diesem widerspenstigen Präsidenten fest? Khamenei hat alle Hebel für ihn in Bewegung gesetzt, um ihm die Präsidentschaft zu sichern. Es würde enormer Gesichtsverlust drohen, wenn er ihn jetzt fallen lässt. Aber reicht das? Im Zusammenhang mit dem kurzzeitig abgesetzten Moslehi wurde klar, dass Ahmadinedschad durch Kontaktleute einige Akten aus dem Informationsministerium beschafft hatte. Manche vermuten, dass diese Akten den Sohn Khamenei’s Modschtaba, der als sein Nachfolger gehandelt wird, arg kompromittieren würden.
Es gibt im Grunde drei Hauptfraktionen, die sich in Stellung bringen für die nächsten Präsidentschaftswahlen. 

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