“TV-Duell zur Iran-Präsidentschaft” oder “Schlag den Raab”? Duell Sieger: Aref!

Iranisches Staatsfernsehen:
“Die Organisation für Beleidigung der Verstandes des Volkes”

Ich habe mir Zeit genommen, um das erste Duell zur Präsidentschaft des Irans anzuschauen. Kurz gesagt, es war alles außer einem Duell. Am Anfang wurden Kandidaten gefragt, wie sie das und jenes wirtschaftliche Problem lösen möchten. Kurz danach machten sich Iraner in Twitter, Facebook und Google Plus über die Fragen und Antworten lustig. Souverän zeigte sich meiner Meinung nach nur Ghalibaf. Aber auch er wurde zum Objekt der Witze, weil er jede Antwort mit “im Namen Gottes” begann! Alle andere Kandidaten redeten in einem sehr langweiligen Ton. Auch manche Journalisten tweeteten lieber die Witze als die Antworten der Kandidaten.

Ghalibaf sorgte von Anfang an auch dadurch für mehr Aufmerksamkeit, dass er als einziger Kandidat mit einem iPad auftauchte und somit den Endruck schenkte, dass er der einzige moderne Kandidat sei, der mit moderner Technologie umgehen könne. So etwas ist für junge Iraner wichtig.

Gharazi brachte aber die Leute am meisten zum Lachen, indem er die meisten Fragen mit : “Die Inflation ist schlimm. Es gibt Armut und Arbeitslosigkeit. Deshalb muss man die Inflation zerstören” beantwortete und danach grinste. Am meisten gefiel mir aber seine letzte Antwort: “Es geht nicht darum, wie wir uns hier präsentieren. Hauptsache kommen 55 Millionen Menschen zu den Wahlen.” Hier sei erwähnt, dass nur etwa 50 Millionen Iraner wahlberechtigt sind!  

Jalili (Dschalili); vor ihm habe ich Angst. Die Sanktionen und die Welt scheinen ihm egal zu sein. Er macht den Eindruck, wie Salafisten zu denken. Alle Umfragen zeigen, dass er keine Stimmen hat. Nur Radikalen wurden ihn wählen. Betet, dass der Revolutionsführer ihn nicht zum Präsidenten benennen will!

Am Ende wurde den Kandidaten Bilder gezeigt. Die Kandidaten mussten etwas über die Fotos sagen. Das Duell war eine peinliche Show. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen “Schlag den Raab”. Stellt euch aber vor, Steinbrück und Merkel müssten im Kanzlerduell raten, was bestimmte Bilder aussagen oder welchen Orten diese zugehören!

Der Sieger des Duelles war aber eindeutig Aref. Nicht etwa weil er die Fragen gut oder souverän beantworten konnte. Auch nicht weil er ein gutes Programm vorweisen konnte. Allein deshalb, weil er gegen das stupide Fernsehduell protestierte und sagte, dass er diese Tests nicht beantworten wird.   Andere Kandidaten beschwerten sich auch gegen die Art un Weise, wie das Duell gemacht wurde. Aber Aref machte es besser.

Die staatliche Rundfunkgesellschaft der Islamischen Republik ist sehr unbeliebt im Iran. Wer am lautesten gegen sie schreit, gewinnt an Beliebtheit. Vor ein paar Tagen hat Rouhani davon gebraucht gemacht (video hier), heute war es Aref. So ist es im Iran nun mal.

Das ist das Resultat einer Isna-Umfrage (http://isna.ir/ ) nach Beteiligung von etwa 10.000 Menschen Befragten (Dabei ist Isna halb-staatlich!):

1. Aref 47%
2. Rouhani 16%
3. Ghalibaf 12%
4. Rezaei 11%
5. Jalili 6%
6. Gharazi 3%
7. Velayati 3%
8. Haddad Adel: weniger als 1%

Geburtstagsständchen für Nasrin Sotoudeh vor der Botschaft

Nasrin Sotoudeh hat am 30. Mai Geburtstag. Die Anwältin und Mutter zweier Kinder wird 50. Das Regime im Iran hält sie gefangen. Sie hat sich im Rahmen ihres Berufs für Menschenrechte engagiert. Sie hat bereits einen Hungerstreik, der sie geschwächt hat, durchgeführt. Nasrin Sotoudeh ist ein Symbol der zahlreichen Gewissensgefangenen im Iran. Wir singen ein Geburtstagslied für sie und weitere Protestlieder.

Der neunte Kandidat

Mehriran.de – Nach der Kandidatenvorauswahl durch den Wächterrat sind sich Kommentatoren einig. Durch den Trichter kamen ausschliesslich Männer, die sich als gehorsame Untertanen gegenüber dem Obersten Führer Ali Khamenei erwiesen haben. Von den acht zugelassenen Kandidaten stehen sich vermutlich Said Dschalili und Ali Akbar Welayati als ernsthafte Konkurrenten gegenüber. 
Der Ausschluss Akbar Rafsandschanis von der Wahl hat einige Diskussionen unter Revolutionären der ersten Stunden ausgelöst. Man wagt es die Frage der Legitimität der Wahl und des Obersten Führers Khamenei zu stellen, aber die indoktrinierten Eiferer der folgenden Generation scheint das wenig zu kümmern. Für die Eiferer zählt nur das Wort Khameneis, Gehorsam ist deren oberster Wert.
In einer kürzlich gehaltenen Rede Khameneis drängte er auf eine hohe Wahlbeteiligung, wohl wissend, dass eine hohe Wahlbeteiligung sein Regime legitimieren wird. Er ignorierte dabei den Ausschluss seines alten Weggefährten und seiner Macht gefährlichen Widersacher Rafsandschani. Dafür zeigte das iranische Staatsfernsehen mehr Interesse daran, dass die Causa Rafsandschani nicht hochgeschaukelt werde.
 Mohammed Reza Aref
Als Mohammed Reza Aref in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Wahlkampfrede den Namen Rafsandschanis ins Spiel brachte, wurde die Übertragung sofort gestoppt. Ein klares Signal vom Obersten Führer. Die Parole gilt, über Unliebsames soll öffentlich nicht gesprochen werden. Gleichzeitig zeigen sich an strategisch wichtige Stellen in Teheran seit Tagen uniformierte Einheiten, die zur Niederschlagung etwaiger Proteste eingesetzt werden sollen. 
Im Ausland wie im Iran regen sich viele Stimmen, die der Bevölkerung empfehlen nicht Teil zu nehmen an den Wahlen, um nicht die zunehmende Verabsolutierung der Macht durch die faschistischen Kräfte hinter Khamenei zu legitimieren. Der inhaftierte ehemalige stellvertretende Innenminister Mostafa Tadschzadeh warnt vor der "absolutistischen Monarchie" des Obersten Führers und ruft dazu auf nicht zur Wahl zu gehen.
 Mostafa Tadschzadeh
Im Ausland ist die Freiheitsbewegung von Reza Pahlavi, dem Sohn des 1979 gestürzten Monarchen bekannt für ihre Aufrufe die Wahlen zu boykottieren. Gespannt schaut das Geheimdienstministerium Irans auch auf die Derwische im Land. Der größte Derwisch Orden im Land, Nematollah Gonabadi Orden genannt, hatte sich bei den Präsidentschaftswahlen 2009 für eine Unterstützung von Mehdi Karoubi stark gemacht. Im Iran leben schätzungsweise 10 Millionen Derwische, die für eine strikte Trennung zwischen Religion und Staat sind und dadurch Hardlinern und ihrem Oberhaupt Khamenei einiges an Kopfzerbrechen bereiten. Der in Paris lebende Religionswissenschaftler und Iran Kenner Mostafa Azmayesh ist das Bindeglied der Derwische zur Presse im Westen. Immer wieder gibt er Interviews über die Verfolgungen, Hetzartikel und unrechtmäßigen Gerichtsverfahren gegen Mitglieder der als tolerant geltenden Mystiker. Ein Aufruf die Wahlen zu boykottieren von Seiten der Derwische würde durchaus ins Gewicht fallen, denn im Iran gelten die Derwische bei vielen als vertrauens- und glaubenswürdige Personen. Als Azmayesh kürzlich auf seiner Facebook Seite ein Bild mit dem Slogan "Ich wähle nicht" teilte und dazu schrieb: "was gibt es da auch zu wählen? – Demütigungen, Elend und Sklaverei?" deutete eine mit dem Geheimdienstministerium verbundene Webseite (Dideban News) den Kommentar sofort als Aufruf zum Wahlboykott.

In dieser Wahl könnte neben den acht offiziellen Kandidaten ein neunter Kandidat eine entscheidende Rolle spielen: die Wähler, die sich durch Verweigerung einer Scheinwahl entziehen.
mehriran.de, Mai 2013
Source: http://www.mehriran.de/artikel/datum///der-neunte-kandidat/

Iran: Die Macht der Sultane

Die Ereignisse im Vorfeld der diesjährigen Präsidentschaftswahlen im Iran geben auch einen Einblick in die schiitische Wahrnehmung der Geschichte des Islams und deren Wiederkehr in neuer Gestalt.

Am Anfang war das Wort
Der Prophet Mohammad galt zuerst nur als Überträger der göttlichen Botschaft, die er in Form des Korans empfing. Mohammad war das Gefäß, in die sich das göttliche Wort – der Koran – ergoss. Als der Prophet starb, hatte er allerdings seine Nachfolge nicht geregelt. So kam es zu Streitigkeiten, wer die Nachfolge antreten sollte.

Am Anfang war das Blut
Nach schiitischer Auffassung hatten diejenigen das Recht der Nachfolge, in denen „das Blut des Propheten“ floss, also dessen Verwandte. Und so wurde die Verwandtschaft mit dem Propheten ein Mittel, als Chalif, als Nachfolger des Propheten zu aufzutreten. Nach der Ermordung des Chalifen Ali, eines Vetters des Propheten Mohammad, übernahm Muawija I. die Nachfolge und begründete die Ummajaden-Dynastie. Die Abbasiden, die nach dem Sturz der Ummajaden 750 das Chalifen-Amt übernahmen, stützen sich wieder auf das Prinzip der Abstammung zurück, nachdem einer der Vorfahren Onkel des Propheten Mohammad gewesen war.

Chalif und Sultane
Die gewaltsame Ausdehnung des Islams führte dazu, dass der amtierende Chalif auf Statthalter vor Ort angewiesen war, die Sultane. Diese leiteten ihre Legitimität davon ab, dass sie vom Chalifen eingesetzt wurden und hatten deshalb auch ein Interesse daran, den Chalifen als legitimen Nachfolger des Propheten zu stützen. In ihrem Herrschaftsbereich hatten die Sultane freie Hand, solange sie dem Chalifen den Tribut entrichteten und nicht an seiner Legitimität zweifelten.
Die Sultane bauten ihre Macht so weit auf, dass sich die Funktion des Chalifen auf die des „Stempels“ konzentrierte. Der Stempel des Chalifen war genug, um die Macht zu begründen, zu sagen hatte der Chalif ansonsten nichts mehr.

Die heutigen Chalifen
Vergleichen wir den Islam nach der Revolution von 1979 mit den Anfängen des Islams, auf den sich die Machthaber so gerne berufen, könnte man die Rolle von Ajatollah Chomeini am ehesten mit der von Mohammad vergleichen. Chomeini war nicht auf Sultane – heute würden wir Generäle sagen – angewiesen, wenn er das Volk aufrief, ging es auf die Straße. Am Anfang 90 Prozent, gegen Ende 50 – 60 Prozent der Bevölkerung folgten seinem Wort, da brauchte er keine Armee, um seine Stellung zu bewahren. Die Armee diente vor allem dem Krieg gegen die Opposition und den Irak.
Mit seinem Tod wurde das schlagartig anders.

Ajatollah Chamene‘i, der erste Chalif
Damit Chamene‘i die Nachfolge Chomeinis antreten konnte, musste Rafsandschani im Hintergrund erst einmal dafür sorgen, dass dieser den Titel des Ajatollahs bekam. Zum zweiten versuchte Rafsandschani, der damals Präsident der Islamischen Republik war, seine politische Macht auf die bewaffneten Organe, namentlich auf die Revolutionswächter, abzustützen. Da der Krieg mit dem Irak inzwischen zu Ende war – die Unterzeichnung des Waffenstillstands war einer seiner letzten Akte vor Chomeinis Tod – musste Rafsandschani die Revolutionswächter anderweitig abfinden, mit Posten in der Verwaltung und in der Wirtschaft.

Der Aufstieg des Chalifen
Mit der Machtübernahme von Chatami als Präsidenten begann der Aufstieg von Ajatollah Chamene‘i, dem Religiösen Führer. Er verdankte dieses Amt den Intrigen Rafsandschanis, der meinte, in ihm einen Mann ohne Rückhalt gefunden zu haben, den man auch leicht wieder absetzen könnte. Rafsandschani hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Den Chamene‘i nutzte die Schwäche der Regierung Chatami, den Revolutionswächtern (Pasdaran) überall einen weiten Einfluss einzuräumen und baute auch mit Hilfe der Pasdaran parallele Geheimdienste in den verschiedenen Staatsorganen auf, die Chatamis Macht untergruben.

Der Aufstieg der Sultane
Mit dem Antritt von Ahmadineschad war die Zeit der neuen Sultane gekommen, der Generäle der Pasdaran. Sie konnten nun immer größere Zweige der staatlichen Wirtschaft in ihre Hände bekommen, sie kontrollierten den Außenhandel ebenso wie den Schmuggel, sie hatten die militärische Macht, ihre Geheimdienste und lancierten ihren Mann als Präsidenten, eben Ahmadineschad.

Modschtaba Chamene‘i, der Sekretär des Chalifen
Bei den zweiten Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 war es einer Abmachung zwischen dem Sohn des Ajatollah Chamene‘i, der die Kanzlei des Religiösen Führers leitete, und den Pasdaran zu verdanken, dass nicht die abgegebenen Stimmen, sondern der Führer entschied, wer „gewählt“ wurde, nämlich wieder Ahmadineschad. Aber Ahmadineschad machte eine ähnliche Entwicklung durch wie Ajatollah Chamene‘i. Er wollte sich nicht damit abfinden, als „lahme Ente“ aus der Geschichte zu watscheln und versuchte, gegenüber dem Religiösen Führer ebenso wie gegenüber den Pasdaran auf Distanz zu gehen. Die Pasdaran bezeichnete er öffentlich als „Schmuggelbrüder“, und den Führer machte er indirekt für die katastrophale Wirtschaftslage verantwortlich.

Die Sultane haben die Führung übernommen
Das geschah nicht ungestraft. Mascha‘i, der Mann, den Ahmadineschad zum Nachfolger küren wollte, wurde vom Wächterrat als ungeeignet abgelehnt. Viel überraschender war dagegen die Ablehnung eines anderen Konkurrenten: Ajatollah Rafsandschani, der Chamene‘i überhaupt erst zur Macht verholfen hatte. Wer hätte gedacht, dass der Wächterrat diesen Mann als „nicht geeignet“ für das Amt des Präsidenten einstufen könnte.

Die zweimalige Entscheidung des Wächterrats
Der iranische Wächterrat, der sich aus 12 Personen zusammensetzt, 6 Geistlichen und 6 anderen Personen, die meistens Juristen sind, besteht zur Zeit nur aus 11 Personen, weil ein Geistlicher verstorben ist. Die Besetzung des Wächterrats erfolgt auf folgendem Weg: 6 Mitglieder ernennt der Religiöse Führer selbst, 6 Mitglieder werden vom Parlament aus einer Liste ausgewählt, die der Religiöse Führer dem Parlament vorlegt. Bei der Abstimmung über die Eignung Rafsandschanis zum Präsidentenamt haben die 11 derzeitigen Mitglieder wie folgt entschieden: 7 für die Eignung, 4 dagegen. Damit hätte die Kandidatur eigentlich durch sein müssen. Aber es kam anders. Die Pasdaran bzw. die Bassidschi hatten im Vorfeld eine Umfrage in Auftrag gegeben, aus der sich ergab, dass Rafsandschani 56 Prozent der Stimmen bekommen würde, später erhöhte sich das Ergebnis sogar auf 71 Prozent. Für die Pasdaran ein Warnsignal. Dann könnten die „Unruhestifter“ wieder die Oberhand gewinnen und es könnte Jahre dauern, bis sie die Proteste niedergeschlagen hätten.

Am Ende steht das Wort – der Generäle
So entsandten die Pasdaran den General So-l-Qadr, stellvertretender Vorsitzender des Obersten Justizrats des Landes, zu Ajatollah Chamene‘i, um ihre Bedenken deutlich zu machen. Darauf musste der Wächterrat ein zweites Mal zusammentreten. Weil Ajatollah Schahrudi deutlich machte, dass er wieder für Ajatollah Rafsandschani abstimmen würde, wurde ihm nahegelegt, an der Abstimmung nicht teilzunehmen. So geschah es auch. Die zweite Abstimmung fiel nun so aus: 6 Personen lehnten die Eignung Rafsandschanis ab, 4 stimmten weiter dafür. Das heißt, dass es 2 Umfaller gegeben hat.
Und das heißt vor allem – weder Ajatollah Chamene‘i noch der Wächterrat haben im Iran das letzte Wort, jetzt haben die Generäle die Macht übernommen.

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Wahlkampf im Iran: den anderen die Flügel stutzen

Allmählich wird deutlich, welche Kandidaten im iranischen Wahlkampf nur dazu gedacht sind, Pluralismus vorzutäuschen. Da es sowieso keine oppositionellen Kandidaten gibt, treffen die jetzigen Maßnahmen direkt Anhänger aus dem Umfeld von Ajatollah Chamene‘i.

Mohsen Resa‘i im Fernsehen zensiert
Erstes Beispiel ist Mohsen Resa‘i, ehemaliger Befehlshaber der Revolutionswächter (Pasdaran). Er wie auch die anderen acht Kandidaten haben das Recht, sich im staatlichen Fernsehen vorzustellen. Als er in seiner Rede von der hohen Arbeitslosigkeit zu sprechen begann und von einem Vater berichtete, dessen fünf Kinder sogar ein Studium absolviert hatten und trotzdem arbeitslos blieben, wurde die Übertragung unterbrochen, die Zuhörer erfuhren auch nicht mehr, dass der verzweifelte Vater damit drohte, sich selbst umzubringen, wenn seine Kinder keine Arbeit bekämen. Auch als Resa‘i auf die Diskriminierung der ethnischen Minderheiten im Iran (Kurden, Aseris und andere) zu sprechen kam, wurde die Übertragung unterbrochen. Alles natürlich aus rein „technischen Gründen“, wie der Staat behauptet.

Hassan Rouhani’s Wahlkampfveranstaltung überfallen
Hassan Rouhani, unter Chatami hatte er mit dem Westen über das iranische Atomrüstungsprogramm verhandelt, jetzt ist er Mitglied des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems, gehört ebenfalls zu den acht zugelassenen Kandidaten. Als er nach seiner Zulassung als Kandidat eine Auftaktveranstaltung in Teheran eröffnen wollte, wurde seine Veranstaltung von Hisbollahis überfallen und er konnte nicht einmal zu Wort kommen.

Mohammad-Resa Aref: Ein weiteres Zensuropfer
Mohammad-Resa Aref war Minister für Technologie und Erster Vize-Präsident unter Präsident Mohammad Chatami. Derzeit ist er Mitglied des Obersten Rats der Kulturrevolution – der die Rektoren der Unis ernennt und die Kulturpolitik der Universitäten und Schulen festlegt, und Professor an der Uni Teheran und der Scharif-Universität für Technologie. Als er in seiner Fernsehrede die Frage stellte, wieso man nicht die Erfahrungen von Chatami und Rafsandschani nutzen wolle, die beide je acht Jahre dem Land als Präsidenten gedient hätten, wurde die Übertragung seiner Rede abgestellt und nur noch Ausschnitte mit Untertitel gezeigt, ohne die Worte zu übertragen. Auch hier waren die bekannten „technischen Gründe“ am Werk.

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Wahlkampf im Iran: den anderen die Flügel stutzen

Allmählich wird deutlich, welche Kandidaten im iranischen Wahlkampf nur dazu gedacht sind, Pluralismus vorzutäuschen. Da es sowieso keine oppositionellen Kandidaten gibt, treffen die jetzigen Maßnahmen direkt Anhänger aus dem Umfeld von Ajatollah Chamene‘i.

Mohsen Resa‘i im Fernsehen zensiert
Erstes Beispiel ist Mohsen Resa‘i, ehemaliger Befehlshaber der Revolutionswächter (Pasdaran). Er wie auch die anderen acht Kandidaten haben das Recht, sich im staatlichen Fernsehen vorzustellen. Als er in seiner Rede von der hohen Arbeitslosigkeit zu sprechen begann und von einem Vater berichtete, dessen fünf Kinder sogar ein Studium absolviert hatten und trotzdem arbeitslos blieben, wurde die Übertragung unterbrochen, die Zuhörer erfuhren auch nicht mehr, dass der verzweifelte Vater damit drohte, sich selbst umzubringen, wenn seine Kinder keine Arbeit bekämen. Auch als Resa‘i auf die Diskriminierung der ethnischen Minderheiten im Iran (Kurden, Aseris und andere) zu sprechen kam, wurde die Übertragung unterbrochen. Alles natürlich aus rein „technischen Gründen“, wie der Staat behauptet.

Hassan Rouhani’s Wahlkampfveranstaltung überfallen
Hassan Rouhani, unter Chatami hatte er mit dem Westen über das iranische Atomrüstungsprogramm verhandelt, jetzt ist er Mitglied des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems, gehört ebenfalls zu den acht zugelassenen Kandidaten. Als er nach seiner Zulassung als Kandidat eine Auftaktveranstaltung in Teheran eröffnen wollte, wurde seine Veranstaltung von Hisbollahis überfallen und er konnte nicht einmal zu Wort kommen.

Mohammad-Resa Aref: Ein weiteres Zensuropfer
Mohammad-Resa Aref war Minister für Technologie und Erster Vize-Präsident unter Präsident Mohammad Chatami. Derzeit ist er Mitglied des Obersten Rats der Kulturrevolution – der die Rektoren der Unis ernennt und die Kulturpolitik der Universitäten und Schulen festlegt, und Professor an der Uni Teheran und der Scharif-Universität für Technologie. Als er in seiner Fernsehrede die Frage stellte, wieso man nicht die Erfahrungen von Chatami und Rafsandschani nutzen wolle, die beide je acht Jahre dem Land als Präsidenten gedient hätten, wurde die Übertragung seiner Rede abgestellt und nur noch Ausschnitte mit Untertitel gezeigt, ohne die Worte zu übertragen. Auch hier waren die bekannten „technischen Gründe“ am Werk.

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Irans künftiger Präsident: Said Dschalili


Dschalili, ein Kaufhauspolitiker von der Stange – auf den ersten Blick

Wenn es nach dem geht, was die iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) und der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i wollen, dann dürfte der Nachfolger von Mahmud Ahmadineschad im Amt des iranischen Präsidenten Said Dschalili sein. Schon jetzt spielt Dschalili eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen der Führung von China und von Russland auf der einen Seite und Ajatollah Chamene‘i auf der anderen Seite.

Dschalilis Ziele
Said Dschalili, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrats des Irans und derzeitiger Verantwortlichter der Atomrüstungsgespräche mit der EU, einer der Kandidaten für das iranische Präsidentenamt, der die Unterstützung von Ajatollah Chamene‘i und von Ajatollah Mesbah-Jasdi genießt, erklärte auf seiner Wahlkampferöffnungsveranstaltung am vergangenen Freitag, den 24. Mai 2013, was seine Ziele sind:
„Die Ausbreitung des Einflusses des Islams auf der Welt“.

und morgen die ganze Welt
Und falls dies als „Bildung eines großen Weltreichs“ aufgefasst werde, so stehen wir dazu.
Nach einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur „Fars“ erklärte er:
„Unsere Absicht ist es, die Wurzeln des zionistischen Regimes, des kapitalistischen Systems und des kommunistischen Systems auszutrocknen. Wir wollen ein islamisches System ausbreiten.“
Die Islamische Republik (Iran) „hat keinen Grund, die Muslime der Welt nicht dazu aufzufordern, Wege zur Eroberung der Macht auf der (ganzen) Welt einzuschlagen.“
http://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=62663

Die Wurzeln des Zionismus, des Kapitalismus und des Kommunismus austrocknen

Die zivil gekleideten Pasdaran und Bassidschi um Dschalili haben ihre Schäfchen jedenfalls schon ins
Trockene gebracht…

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