Niedergeschlagenes Grün ist Lila – Iran atmet

Iran feierte Gestern, schreite pro politische Gefangene, schreite für Neda
und die Polizei kam nicht. Iraner tanzten und die Polizei kam nicht. Eine ganze Nacht.

1. Vieles was ich für die deutsche Leserschaft schreiben wollte, hat die deutsche Presse geschrieben (hier, hier und hier). Hier noch ein paar Wörter von mir:

2. Was am 15. Juni 2013 passiert ist, hat selbst die optimistischsten Experten überrascht. Viele Wähler wählten nur, damit “der Preis der Wahlmanipulation höher wird”. Viele für de Fall, “dass die Stimmen doch gezählt werden”.

Majid Vahedi, Karroubis früherer Berater, schreibt, dass offensichtlich einige Dimensionen der System versteckt sein. Mehdi Khalaji, meiner Meinung nach der erfolgreichste lebende Aufklärer Irans, schreibt: “Jeder Versuch der Gleichschaltung ist bisher in der Islamischen Republik gescheitert”.

3. Nicht die Opposition hat die Leute zu den Urnen gebracht, sondern umgekehrt. Nicht nur Tajzadeh aus dem Evin-Gefängniss hat in der letzten Sekunde sich entschieden doch zu wählen, sondern auch viele oppositionelle Politiker aus dem Exil haben aus Begeisterung für die Aktivität der Jugend in Rouhanis Kampagne sich für “Wählen” statt “Boykott” entschieden.

4. Der Führer Chamenei fragte zwei Tage vor den Wahlen auch “die Gegner des islamischen Staates” zu wählen, weil “sie Iran lieben”. Das war einmalig, dass Chamenei  Regime Gegner so ansprach.

5. Eine gute Auswahl von Rouani-Zitate können Sie hier lesen. Rouhani hatte in seiner Kampagne von Freiheit der politischen Gefangenen, darunter Mousavi und Karroubi gesprochen. Das mag für Viele unmöglich klingen. Nummer “4” könnte ein Zeichen sein, dass die Führung im Iran gemerkt hat, dies sei unmöglich.

Kerzen für Todesopfer der Grünen Bewegung, ohne Eingreifen der Polizei

6. Teil der konservativen Presse gibt zu, dass sie acht Jahre lang schlecht regiert haben. Rouhani ist kein Reformer. Es ist ein Moderater. Ich glaube, dass ist der Mann dem der ganze Iran braucht. Auch Konservative Iraner haben Familie und Kinder und müssen im Iran leben. Vielleicht haben sie in den letzten Jahren gemerkt, dass sie zum Regieren nicht fähig sind. Bin ich zu optimistisch? Ich lese Geständnisse der Konservativen. Und ich sehe die Fakten. 
7. Mehr Fotos von jubelnde Iraner finden sie z.B. hier.
Schlusswort:
Die Hoffnung ist wieder da. Das heiß natürlich nicht, dass ich erwarten würde, Homosexuelle dürften ab August im Iran heiraten. Nein! Unsere Erwartungen sind klein. Optimismus hat bei uns an Wert verloren. Das heißt, vielleicht können wir einen anderen Weg wie Syrer und Afghanen schlagen. 

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