Iran: Who is who in prison?

Der iranische Journalist Bahman Ahmadi Amu‘i hat in einem offenen Brief an den neu gewählten Präsidenten Hassan Rouhani aufgelistet, welche Gruppen derzeit aus politischen Gründen im Gefängnis einsitzen, und ihn zu einer General-Amnestie aufgefordert.
Er weiß, wovon er spricht, denn er selbst wurde nach den Wahlfälschungen vom Juni 2009 ebenfalls verhaftet und ist derzeit im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr in Haft. Bahman Ahmadi Amu‘i hat mit vielen Gefangenen gesprochen und auch versucht, die Größenordnung abzuschätzen, also wieviel Gefangene den jeweiligen Gruppen angehören.

Hier seine Auflistung in Zusammenfassung:

1. Die „salafitischen Gefangenen“ oder die „Kurden der al-Ka‘ida“. Es sind derzeit 200 Gefangene, denen geistige Nähe zu salafitischen Gruppen im Irak, in Pakistan und in Afghanistan vorgeworfen wird. 165 von ihnen sind derzeit in Trakt 10 des Gefängnisses von Radscha‘i-Schahr in Haft, 22 sind zum Tode verurteilt, einige haben auch nach vier Jahren Gefängnis noch kein Urteil. Diesen verbliebenen Gefangenen droht entweder auch die Todesstrafe, lebenslänglich oder 15-20 Jahre Gefängnis.

2. Die inhaftierten Baha‘is. Es gibt derzeit 110 inhaftierte Baha‘is, die Mehrheit sind in Radscha‘i-Schahr (bei Karadsch) und im Gefängnis von Semnan inhaftiert. Es sind sämtliche Altersgruppen betroffen, ganze Familien sind inhaftiert. 25 der inhaftierten Baha‘is sind Frauen. Die Urteile gegen die Baha‘is lauten auf 6 Monate bis zu 20 Jahren Gefängnis.

3. Angehörige der kurdischen Gruppierungen und Parteien. Es sind derzeit 160 Gefangene, sie stehen der Demokratischen Partei Kurdistans (Iran), der Komele oder PJAK nahe, manche von ihnen sind schon seit 20 oder 25 Jahren im Gefängnis. 14 von ihnen wurden zum Tode verurteilt, acht zu lebenslänglicher Haft.

4. Angehörige der „Grünen Bewegung“. Es sind derzeit 80 Gefangene, die seit 2009 in Haft sind. Die meisten im Ewin-Gefängnis oder in Radscha‘i-Schahr. Sie werden in den Haftbereichen inhaftiert, die unter der Kontrolle der Revolutionswächter (Pasdaran) stehen. Im Vergleich zu den anderen Gefangenen stehen sie besser da, was die Haftbedingungen angeht. Viele von ihnen stehen Ex-Präsident Chatami nahe.

5. Angehörige der Volksmudschahedin. Es sind derzeit 150 Gefangene, die im ganzen Land zerstreut sind. Die meisten sind nicht wegen eigener Aktivitäten in Haft sind, sondern als Geiseln inhaftiert wurden, weil ihre nahen Verwandten bei den Volksmudschahedin aktiv sind.
Die Haftstrafen liegen zwischen 1 Jahr und lebenslänglich.

6. Angehörige separatistischer Gruppen. Es sind unter 100 Gefangene. Es handelt sich um Aseri-Türken und Araber aus Chusestan, die angeblich mit separatistischen Gruppen zusammenarbeiten. Im Gefängnis werden sie meist wie „Spione“ behandelt. (Von Balutschen spricht Bahman Ahmadi Amu‘i hier nicht. Die Kurden werden an dieser Stelle aus dem einfachen Grund nicht aufgeführt, weil die kurdischen Parteien im Iran keinen separaten kurdischen Staat fordern).

7. Gefangene des Sondergerichts der Geistlichkeit. Es sind 30 bis 50 Gefangene. Hierbei handelt es sich um Geistliche, die wegen ihrer Gegnerschaft zur staatlichen Interpretation des Glaubens inhaftiert wurden.

8. Inhaftierte Derwische. Es sind derzeit rund 20 Gonabadi-Derwische in den Gefängnissen von Teheran oder Schiras in Haft. Sie warten noch auf ihr Urteil oder wurden zu bis zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt.

9. Übrige. Es sind derzeit an die 180 Gefangene. Darunter solche, die kürzlich zum Christentum übergetreten sind, Anhänger des Schahs, oder Menschen, die wegen „Blasphemie“ verfolgt wurden. Die Haftstrafen gehen von 10 bis zu lebenslänglich und Hinrichtung.

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Iran: Who is who in prison?

Der iranische Journalist Bahman Ahmadi Amu‘i hat in einem offenen Brief an den neu gewählten Präsidenten Hassan Rouhani aufgelistet, welche Gruppen derzeit aus politischen Gründen im Gefängnis einsitzen, und ihn zu einer General-Amnestie aufgefordert.
Er weiß, wovon er spricht, denn er selbst wurde nach den Wahlfälschungen vom Juni 2009 ebenfalls verhaftet und ist derzeit im Gefängnis von Radscha‘i-Schahr in Haft. Bahman Ahmadi Amu‘i hat mit vielen Gefangenen gesprochen und auch versucht, die Größenordnung abzuschätzen, also wieviel Gefangene den jeweiligen Gruppen angehören.
Hier seine Auflistung in Zusammenfassung:
1. Die „salafitischen Gefangenen“ oder die „Kurden der al-Ka‘ida“. Es sind derzeit 200 Gefangene, denen geistige Nähe zu salafitischen Gruppen im Irak, in Pakistan und in Afghanistan vorgeworfen wird. 165 von ihnen sind derzeit in Trakt 10 des Gefängnisses von Radscha‘i-Schahr in Haft, 22 sind zum Tode verurteilt, einige haben auch nach vier Jahren Gefängnis noch kein Urteil. Diesen verbliebenen Gefangenen droht entweder auch die Todesstrafe, lebenslänglich oder 15-20 Jahre Gefängnis.
2. Die inhaftierten Baha‘is. Es gibt derzeit 110 inhaftierte Baha‘is, die Mehrheit sind in Radscha‘i-Schahr (bei Karadsch) und im Gefängnis von Semnan inhaftiert. Es sind sämtliche Altersgruppen betroffen, ganze Familien sind inhaftiert. 25 der inhaftierten Baha‘is sind Frauen. Die Urteile gegen die Baha‘is lauten auf 6 Monate bis zu 20 Jahren Gefängnis.
3. Angehörige der kurdischen Gruppierungen und Parteien. Es sind derzeit 160 Gefangene, sie stehen der Demokratischen Partei Kurdistans (Iran), der Komele oder PJAK nahe, manche von ihnen sind schon seit 20 oder 25 Jahren im Gefängnis. 14 von ihnen wurden zum Tode verurteilt, acht zu lebenslänglicher Haft.
4. Angehörige der „Grünen Bewegung“. Es sind derzeit 80 Gefangene, die seit 2009 in Haft sind. Die meisten im Ewin-Gefängnis oder in Radscha‘i-Schahr. Sie werden in den Haftbereichen inhaftiert, die unter der Kontrolle der Revolutionswächter (Pasdaran) stehen. Im Vergleich zu den anderen Gefangenen stehen sie besser da, was die Haftbedingungen angeht.
Viele von ihnen stehen Ex-Präsident Chatami nahe.
5. Angehörige der Volksmudschahedin. Es sind derzeit 150 Gefangene, die im ganzen Land zerstreut sind. Die meisten sind nicht wegen eigener Aktivitäten in Haft sind, sondern als Geiseln inhaftiert wurden, weil ihre nahen Verwandten bei den Volksmudschahedin aktiv sind.
Die Haftstrafen liegen zwischen 1 Jahr und lebenslänglich.
6. Angehörige separatistischer Gruppen. Es sind unter 100 Gefangene. Es handelt sich um Aseri-Türken und Araber aus Chusestan, die angeblich mit separatistischen Gruppen zusammenarbeiten. Im Gefängnis werden sie meist wie „Spione“ behandelt. (Von Balutschen spricht Bahman Ahmadi Amu‘i hier nicht. Die Kurden werden an dieser Stelle aus dem einfachen Grund nicht aufgeführt, weil die kurdischen Parteien im Iran keinen separaten kurdischen Staat fordern).
7. Gefangene des Sondergerichts der Geistlichkeit. Es sind 30 bis 50 Gefangene. Hierbei handelt es sich um Geistliche, die wegen ihrer Gegnerschaft zur staatlichen Interpretation des Glaubens inhaftiert wurden.
8. Inhaftierte Derwische. Es sind derzeit rund 20 Gonabadi-Derwische in den Gefängnissen von Teheran oder Schiras in Haft. Sie warten noch auf ihr Urteil oder wurden zu bis zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt.
9. Übrige. Es sind derzeit an die 180 Gefangene. Darunter solche, die kürzlich zum Christentum übergetreten sind, Anhänger des Schahs, oder Menschen, die wegen „Blasphemie“ verfolgt wurden. Die Haftstrafen gehen von 10 bis zu lebenslänglich und Hinrichtung.

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Iran: Balutschen protestieren gegen Diskriminierung

Am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche haben Balutschen in Sahedan und in Bandar-Abbas vor einer sunnitischen Moschee gegen die Diskriminierung und Beleidigung ihres sunnitischen Glaubens durch die Handy-Firma Iransel protestiert. Diese Firma gehört den Pasdaran und hat sich anscheinend gegenüber den balutschischen Kunden beleidigend verhalten, was der Auslöser für diesen Protest war. Die Geheimdienstorgane haben 16 Protestierende festgenommen.

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Iranische Erfolge: 40 Millionen Paar Schuhe weniger

Akbar Sahedi, Leiter des Verbands der Schuhhersteller der Region Isfahan, erklärte in einem Interview gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ILNA, dass in den acht Jahren Regierungszeit von Präsident Ahmadineschad die Schuhproduktion in dieser Region von 51 Millionen Paar Schuhen auf 11 Millionen Paar gesunken ist. Der Grund dafür liegt nicht darin, dass die Iraner nun alle einbeinig geworden wären und die Hälfte davon barfuß unterwegs ist, sondern unter Ahmadineschad die Importe aus China forciert wurden. Die Schuhe aus China sind so billig, dass die Kunden in Kauf nehmen, sie in zwei Monaten wieder wegzuwerfen und neue zu kaufen, statt stabilere einheimische Schuhe zu kaufen. Hinzu kommt, dass die iranische Schuhindustrie über veraltete Maschinen verfügt und wegen Devisenmangels auch keine Ersatzteile für die Maschinen kaufen kann. In der Region Isfahan gab es vor acht Jahren noch vier große Schuhfabriken und über 400 kleine Hersteller.

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Iran: Künftiger Kultusminister – korrupt und Mordgehilfe?


Ali Dschannati spekuliert auf Ministerposten

Ali Dschannati, der Sohn von Ajatollah Ahmad Dschannati, dem Vorsitzenden des Wächterrats und Freitags-Imam von Teheran, hat sich selbst schon jetzt als neuer Minister für Kultur und religiöse Aufklärung verkündet. Ob das zutrifft, wird sich zeigen, wenn das neue Kabinett von Hassan Rouhani wirklich aufgestellt ist.
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der Behauptungen von Ali Dschannati lohnt sich aber ein Blick auf seine Vergangenheit:

Diener aller Herren
Ali Dschannati war unter der Präsidentschaft von Akbar Haschemi Rafsandschani, von Mohammad Chatami und von Mahmud Ahmadineschad in verschiedenen Ministerien angestellt:
Im Ministerium für Kultur und religiöse Aufklärung, im Innenministerium und im Außenministerium.
Im Jahre 1989 wurde er als Provinzgouverneur von Chorassan eingesetzt, in den 90-er Jahren war er im Ministerium für Kultur und religiöse Aufklärung Assistent für internationale Angelegenheiten.
Dieses Ministerium war zum Beispiel auch mit einem Stand an der Mustermesse in Basel Anfang der 1990er Jahre vertreten und ließ dort Demonstranten von der Polizei verhaften.
Das Ministerium wird auch in Zusammenhang mit der Organisation staatlicher Morde im Ausland genannt, wo es als Verbindungsglied zum iranischen Geheimdienst fungierte und Informationen für diesen sammelte.

Korrupter Zucker
Als Mohammad Chatami das Präsidentenamt antrat, wurde Ali Dschannati zum Botschafter des Irans in Kuwait ernannt. Der Grund: Er war in diverse Korruptionsskandale verwickelt und gehörte auch zu den wichtigsten Aktionären der Zuckerfabrik „Haft-Tape“, die auf dem iranischen Zuckermarkt eine Monopolstellung innehatte und dies weidlich ausnutzte.
Als Mahmud Ahmadineschad an die Macht kam und Mostafa Purmohammadi zum Innenminister einsetzte (über dessen Vorgeschichte siehe: http://www.alischirasi.de/as050926b.htm), wurde er zum politischen Vize-Minister des Innenministeriums ernannt. Ein Jahr später wurde er wieder als Botschafter nach Kuwait „verbannt“.
Dieser Mann will also zum neuen Minister für Kultur und religiöse Aufklärung ernannt worden sein.

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Iran: Alle Räder stehen still, wenn die Zentrale Bank es will

Madschid-Resa Hariri, Vorsitzender der Importkommission der Handelskammer des Irans erklärte am Sonntag, den 28. Juli 2013, gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur ISNA, dass der iranische Import seit 25 Tagen ruht. Es wird gar nichts importiert. Grund dafür sei, dass die iranische Zentralbank in dieser Zeit keine Devisen (Dollar) mehr an die Importeure ausgezahlt habe.

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