Iran: 25. Jahrestag des Gefangenenmassakers


Im Hause des Gehenkten
spricht man nicht vom Strick
weil jetzt dort sein Henker
Minister ist.
(frei nach Erich Fried, bei dem die vierte Zeile noch lautet: „im Ruhestand lebt“)

1988, vor 25 Jahren, hat der damalige Religiöse Führer Ajatollah Chomeini eine Massenhinrichtung politischer Gefangener angeordnet. Unter den unmittelbar ausführenden Todesrichtern, einem Gremium aus drei Männern, das die Fälle durchsiebte, ist ein Name hervorzuheben: Mostafa Purmohammadi. Er soll nach dem Vorschlag des neuen Präsidenten Hassan Rouhani der neue Justizminister werden. Dies war der ausdrückliche Wunsch des Obersten Justizrats des Landes, dem der Bruder des Parlamentspräsidenten Laridschani vorsitzt.
Mostafa Purmohammadi hat damals Menschen hinrichten lassen, die ihre Strafe schon verbüßt hatten oder denen bis zur Freilassung noch wenig fehlte, aber die nur eins nicht taten: Von ihrer Überzeugung abzuschwören. Das Blut von mindestens 4500 politischen Gefangenen klebt an seinen Händen und denen der beiden anderen Richter sowie der Ausführenden. Seinerzeit hatte sich übrigens auch der scheidende Präsident Ahmadineschad gerühmt, einem Hinrichtungskommando im Gefängnis angehört zu haben. Kein Wunder, dass er auch jetzt, nach allem Streit mit Ajatollah Chamene‘i, für seine wackeren Dienste belohnt wurde und einen Sitz im „Rat zur Wahrung der Interessen des Systems“ erhielt.

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