Iranischer Totentanz


Sagt Ja, sagt Nein, getanzt muss sein (Totentanz Füssen)

Kürzlich ist die Mutter des Pasdargenerals Qassem Soleimani gestorben. Qassem Soleimani ist Kommandant der Pasdaran-Einheit „Sepah-e Qods“, die für Auslandsoperationen, sprich Kriegsführung in Syrien, Irak, Libanon und Mordanschläge auf Oppositionelle im Ausland zuständig ist. Es heißt, dass namentlich die Aktivitäten der Revolutionswächter in Syrien und Irak von ihm geplant werden, vermutlich auch der jüngste Überfall auf das Flüchtlingslager der iranischen Volksmudschahedin „Aschraf“, bei dem 52 Volksmudschahedin ermordet wurden.
Der Tod der Mutter von General Qassem Soleimani wäre ein privates Ereignis, dem wir hier keine weitere Aufmerksamkeit zollen würden. Aber die Trauerfeier vom Samstag, den 14. September 2013, beweist das Gegenteil. Alles, was in der Islamischen Republik Iran Rang und Namen hat, erschien:


zwei Söhne des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i (von denen einer, Mostafa Chamene‘i, gerade General Soleimani die Hand reicht)


Ali Laridschani, Parlamentspräsident,
Ajatollah Sadeq Laridschani, der oberste Chef der iranischen Justiz,

Generalstabschef der iranischen Armee Hassan Firus-Abadi,
Ali Schamchani, Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats,
Mohammad-Ali Dscha‘fari, Oberbefehlshaber der Pasdaran,
Mohammad Baqer Qalibaf, Oberbürgermeister von Teheran,
General Wahidi, ehemaliger Verteidigungsminister,
Gholam-Hossein Esche‘i, Generalstaatsanwalt des Irans,
Mohammad Dschawad Sarif, Außenminister,
Mahmud Alawi, Geheimdienstminister,


Sardar Ahmadi Moqaddam, Oberbefehlshaber der Sicherheitskräfte (Polizei u.a.)

Mohammad Resa Aref, ein sogenannter reformistischer Kandidat bei den jüngsten Präsidentschaftswahlen,


der vorige Präsident Mahmud Ahmadineschad,

die Botschafter von Syrien, Irak und Palästina.

Auf der Trauerfeier ereignete sich noch ein kleiner, aber bezeichnender Vorfall. Als der Geheimdienstminister Mahmud Alawi eintraf, wurde ein Journalist, der ihm eine Frage stellen wollte, von einem Sicherheitsverantwortlichen geschlagen. Der Geheimdienstminister versuchte, den Journalisten zu beruhigen und zu trösten und entschuldigte sich: „Wenn es einer von unseren Leuten gewesen wäre, würde er entlassen.“ Woraus man schließen kann, dass es einer von General Soleimanis Leuten war, und so weit reicht die Hand der Regierung nicht.
Das erinnert an eine Episode zur Zeit von Präsident Chatami, der ebenfalls als Reformer gepriesen wurde. Sein Innenminister Abdollah Nuri wurde damals ebenfalls verprügelt, der Täter ging straffrei aus.

Das sich die ganze Elite Irans um diesen General Soleimani dreht, erinnert an die barocken Totentänze.
Auch damals drehte sich alles um Gevatter Tod, vom Kaiser, über den Kaufmann bis zum Geistlichen.

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