Mehr als 600 Aktivistinnen der Frauen- und Studentenbewegung haben sich bei Gericht beschwert

Auszüge aus der Erklärung der Aktivistinnen

„Unsere Beschwerde richtet sich gegen die Diskriminierungspolitik im Bildungssystem. Der Anteil der Frauen an den iranischen Universitäten hat sich aufgrund der Geschlechterungleichheit verringert. In den letzten zwei Jahren hat die Diskriminierungspolitik den Frauen und Mädchen im Bildungssystem viele Probleme bereitet. An den Universitäten fußt die Geschlechterdiskriminierung auf zwei Säulen: einmal ist es die geringe Frauenquote bei den Zulassungen zu bestimmten Fächern, zum anderen ist es die geringe Zahl der Fächer, die Studentinnen für ihr Studium überhaupt zugänglich sind. So durften im Jahr 2012 an 36 Universitäten 77 verschiedene Fächer von Frauen nicht belegt werden. Nach Protesten und Demonstrationen von Eltern, Studentinnen wurde die Zahl der 77 nicht studierbaren Fächern in etwa halbiert. Dennoch hat sich unsere Situation in Bildung und Wissenschaft allgemein eher verschlechtert und die Hindernisse haben für Frauen zugenommen. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, führt das zu negativen Effekten in der iranischen Gesellschaft und auch in unserer Wirtschaft. Frauen, die nicht studieren können, haben schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und können mit den Männern nicht konkurrieren. Frauen werden so über kurz oder lang zu Personen zweiter Klasse in der unserer Gesellschaft. Diese Diskriminierungspolitik steht sogar im Widerspruch zur iranischen Verfassung. Diese ungerechte Bildungspolitik muss sich ändern!“

Anmerkung: In der zweiten Legislaturperiode von Ahmadinejad wurden die Rektoren an zahlreichen iranischen Universitäten ausgetauscht und durch Anhänger von Chamene‘i und Ahmadinejad ersetzt, mit dem Ziel, die Universitäten zu islamisieren. Proteste von Studentinnen und Studenten für ganz grundlegende Dinge wurden niedergeschlagen und verboten, die Teilnehmer mussten oft die Universitäten verlassen. Die Atmosphäre an den Universitäten hat sich militarisiert. Das Sagen an den Universitäten hatten nicht Wissenschaftler sondern Bassijis und der iranische Geheimdienst. Ihre Mitglieder bekamen Ämter und Pöstchen in wissenschaftlichen Kollegien, sie wurden als Lehrer (!) eingestellt und bekamen einen Studienplatz ohne am Ausleseverfahren teilgenommen zu haben. Seit letzter Woche, als die Universitäten wieder geöffnet haben, kam es dort zu zahlreichen Protestetn und an Hasan Rouhani gerichteten Offenen Briefen gegen die Geschlechterdiskriminierung.

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