Irans Gefangenen-Ärzte leben gefährlich

Dr. Resa Heydarpur
Vergangene Woche wurde Dr. Resa Heydarpur, Arzt der Krankenstation des Ewin-Gefängnisses, vom iranischen Geheimdienst verhaftet und im Trakt 209 des Ewin-Gefängnisses eingesperrt.
Was ist vorgefallen? Wir hatten vom Fall des iranischen Bloggers Sattor Beheschti berichtet, der vor einem Jahr an den Folgen der Folter gestorben ist. Als Sattor Beheschti von seinem vorigen Haftort ins Ewin-Gefängnis verlegt wurde, hatte Dr. Resa Heydarpur in der Gesundheitsstation Dienst und musste den Gesundheitszustand des eingewiesenen Gefangenen untersuchen. Er stellte dabei die Spuren von Schlägen und Folter fest und hielt dies auch schriftlich fest.
Sattor Beheschti starb später an den Folgen der Folter, das Verfahren ist immer noch nicht abgeschlossen, und der Gefängnisdirektor wurde in eine andere Gefängnisabteilung versetzt, wo wegen Finanzdelikten inhaftierte Personen einsitzen. Offensichtlich reichte das den Folterern und ihren Schutzpatronen in den oberen Etagen der Macht (Ajatollah Chamene‘i und Co.) nicht, und so wurde er jetzt verhaftet.
Dies ist nicht das erste Mal, dass ein Arzt, der Gefolterte behandelt, in eine gefährliche Lage gerät.

Dr. Ramin Purandardschani
An dieser Stelle sei an Dr. Ramin Purandardschani erinnert, der in einem Teheraner Krankenhaus als Arzt tätig war. Er hatte unter anderem auch Gefangene aus dem Kahrisak-Gefängnis untersucht, unter anderem Mohsen Ruholamini, den Sohn von Abdolhossein Ruholamini. Mohsen Ruholamini starb später an den Folgen der Folter, worauf sein Vater, ein Berater von Ajatollah Chamene‘i, alles in Bewegung setzte, diesen Mord aufzuklären. So wurde eine parlamentarische Untersuchungskommission gebildet, die den Foltertod aufklären sollte. Im Rahmen der Untersuchungen wurde auch der Arzt Dr. Ramin Purandardschani angehört, der im Detail berichtete, welchen Folterungen dieser und andere Gefangene im Kahrisak-Gefängnis ausgesetzt wurden.
Dr. Ramin Purandardschani starb danach unter mysteriösen Umständen. Erst gaben die Behörden bekannt, er sei an einem Herzinfarkt gestorben. Später behaupteten sie, es sei Selbstmord gewesen. Schließlich erklärte der Amtsarzt, er sei vergiftet worden. Die staatlichen Organe verweigerten eine Autopsie und ließen den Leichnam des Arztes rasch begraben.

Für iranische Ärzte sind solche Vorfälle bedrohlich, heißt es doch, dass sie mit ihrer Freiheit und ihrem Leben bezahlen müssen, wenn Sie ihre Arbeit korrekt ausüben und die beobachteten Verletzungen in irgendeiner Form bestätigen.

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