Todesurteile im Iran – Drohungen gegen Angehörige

Wie Horana, die Nachrichtenagentur der iranischen Menschenrechtsaktivisten, meldete, wollten am 23. Dezember 2013 die Angehörige politischer Gefangenen, die zum Tode verurteilt sind, nach Teheran reisen, um ihrer Forderung nach einer Aufhebung der Todesurteile Nachdruck zu verleihen. Die Angehörigen wurden darauf vom Geheimdienst der Stadt Sanandadsch bedroht und aufgefordert, die Reise nach Teheran zu unterlassen. Laut Horana spielte sich dabei folgendes ab:
Die Angehörigen der 35 zum Tode verurteilten Gefangenen, die derzeit in Qesel Hessar, Radscha‘i-Schahr und Ewin in Haft sind, hatten sich an die Geheimdienstbehörde in Sanandadsch gewandt und sie davon informiert, dass sie beabsichtigten, nach Tehern zu fahren. Darauf erklärte ein Beamter namens Resa‘i, der der Zuständige für das Dossier der verurteilten jungen Männer ist: „Falls ihr nach Teheran fahren wollt, werdet ihr schon am Busbahnhof von Sanandadsch festgenommen. Wenn es euch gelingt, diese Hürde zu nehmen, seid ihr selber verantwortlich, wenn euch unterwegs etwas passiert. Und wenn ihr bis nach Teheran kommt, werden wir euch die Leiche eurer Kinder vorführen.“ Zu den Angehörigen, deren Verwandte in Radscha‘i-Schahr inhaftiert sind, sagte der Beamte: „Eure Kinder sind an einem guten Ort, und da geht ihr nach Teheran. Was wollt ihr eigentlich? Wenn ihr nach Teheran fahrt, werden wir eure Kinder auf alle Fälle an abgelegene Orte verlegen und voneinander trennen. Dann werdet ihr nichts mehr von ihnen erfahren.“ Viele ließen sich von diesen Drohungen abschrecken, aber einige Familien machten sich trotzdem auf den Weg und protestierten am 24. Dezember 2013 vor der Kanzlei des Religiösen Führers Ajatollah Chamene‘i in der Pasteur-Straße. Die Kundgebung wurde von den bewaffneten Organen aufgelöst. Die Familienangehörigen übergaben Dscha‘fari Doulat-Abadi, dem Staatsanwalt von Teheran, ein Schreiben, in dem sie betonten, dass ihre Kinder unschuldig seien. Sie forderten eine faire, öffentliche Gerichtsverhandlung für die sunnitischen Gefangenen.

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