Chusestan (Iran): 2 km Protestzug


Kasem Silawi, der Mann, der gleich zweimal gestorben ist

In der Ortschaft Chalife (auch Ramschir genannt), das südöstlich von Ahwas in der mehrheitlich von Arabern besiedelten iranischen Provinz Chusestan liegt, kam es vergangenen Dienstag, den 21. Januar 2014, zu einem über 2 Kilometer langen Protestzug. Der Hintergrund ist folgender.
Das örtliche Krankenhaus, die dort arbeitenden Ärzte wie auch das zuständige Personal, zeichnet sich durch besondere Nachlässigkeit gegenüber den eingewiesenen Kranken aus. So kam am selben Tag Kasem Silawi ums Leben, der in diesem Krankenhaus zur Behandlung war. Das Krankenhaus rief bei der Familie von Kasem Silawi an und teilte der Familie mit, dass Kasem Silawi verstorben sei, sie möchten die Leiche abholen. Die Familie holte die Leiche ab. Als sie die Leiche waschen wollten, stellten sie fest, dass der vermeintliche Tote noch lebte. Sie riefen im Krankenhaus an und forderten einen Ambulanzwagen, aber das Krankenhaus ignorierte die Bitte und schickte keinen Wagen. Darauf organisierte die Familie ein Auto, aber unterwegs verstarb Kasem Silawi tatsächlich. Dieser Vorfall empörte die Bevölkerung so sehr, dass sie noch am selben Tag auf die Straße gingen, um gegen den Umgang des Krankenhauses mit den Kranken zu protestieren.

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