22 Bahman: Der jährliche offizielle Festakt zur Islamischen Revolution

Am 11. Februar (22. Bahman) wurde im Iran der diesjährige Festakt zur Feier der Islamischen Revolution veranstaltet. Laut offiziellen Medien sollen landesweit 10 Mio. Menschen mobilisiert worden sein, nach unabhängigen Quellen waren es sehr viel weniger.

Zu Beginn der Isalmischen Republik Iran hatte der Jahrestag der Islamischen Revolution noch eine große Bedeutung. Im ersten Jahr kamen tatsächlich Millionen Menschen freiwillig und spontan zusammen und sie waren voller Hoffnungen. Im nächsten Jahr waren es schon spürbar weniger und dieser Trend setzte sich fort. Nach sechs bis sieben Jahren war es für das Regime schon erforderlich, eigene Anhänger zu mobilisieren und in den folgenden Jahren, als auch das nicht mehr aussreichte, die Lücken zu schließen, griff man auf bezahlte Claquere zurück. Sie wurden von weit her mit Bussen und Zügen in die Hauptstädte gefahren und erhielten als Gegenleistung Geld und/oder Sachleistungen (Esspakete).

Nach dem Ende der Amtszeit von Ahmadinejad und dem Beginn des außenpolitischen Tauwetters unter Rouhani, mit durchaus messbaren Erfolgen wie z.B. bei den Atomverhandlungen und der Aufhebung eines Teils der internationalen Sanktionen, hatte das Regime die Hoffnung, dass an dem diesjährigen 22. Bahman wieder mehr Menschen freiwillig an dem Festakt teilnehmen würden.


Frage: aus welchem Land stammen diese Leute? Mehr als 30.000 religiöse Schüler aus verschiedenen islamischen Ländern werden in Städten wie Qom, Maschad, Isfahan oder Teheran ausgebildet.

Doch die Ernüchterung folgte sogleich: Wieder einmal blieben die iranischen Massen zu Hause und die zumeist organisierten Anhänger des Regimes (zivil gekleidete Pasdaran, Bassiji, Militär, islamistische Gruppierunmgen, etc.) blieben unter sich.


Was ist für die Zuschauer wichtiger, der islamische Festakt oder Breakdance?

Aus dem Umfeld der Grünen Bewegung wurden Nachrichten verbreitet, die den schweren Stand der Anhänger von Rafsandschani und Chatami bei der Massenveranstaltung belegen. Mehdi Chaz‘ali beschrieb eine Situation, in der Rafsandschani und seine Anhänger in einer Seitenstraße versuchten, sich auf den zentralen Kundgebungsort hin zu bewegen. Sie trugen Plakate mit Abbildungen von Rafsandschani und Chatami vor sich her und gaben entsprechende Parolen. Auch Passanten auf der Straße schlossen sich den Rufen an.


Sind es wirklich Millionen Menschen, die sich hier versammeln?

Als dann aber plötzlich eine kleine Gruppe Bassidschi Parolen gegen Rafsandschani skandierte, wurde die Situation unsicher und Rafsandschani zog sich von der Kundgebung zurück. Die zurück gebliebenen Anhänger von Rafsandschani wurden angegriffen, geschlagen und 12 Personen, darunter auch Träger von grünen Armbändern, dem Zeichen der Grünen Bewegung seit den Massenprotesten des Jahres 2009, wurden festgenommen. Auch an anderen Orten, wo sich junge Anhänger der Reformisten für Rouhani oder Rafsandschani einsetzten, wurden diese geschlagen und die Versammlung aufgelöst.


35 Jahre andauernde Versuche, den Iran zu islamisieren und die Frauen unter dem Schleier zu verstecken, sieht so das Ergebnis aus.

Die Organisatoren der Massenveranstaltung, Bassidschi und Pasdaran, ließen nur Parolen und Plakate für Chamene‘i und gegen die USA zu und sorgten dafür, dass auch in den Medien nur solche Bilder Verbreitung fanden. Eine ihrer Parolen lautete „Amerika, wir sind vorbereitet, willst du Krieg, kannst du ihn bekommen“. Außerdem wurden hunderte US-Fahnen verbrannt.


Sind diese modern gekleideten Frauen wirklich freiwillig gekommen?

Der General des regulären Militärs, Firus Abadi, erklärte heute, am 12.2.2014 (23. Bahman), in einem Interview, dass sie sich lange Zeit vorbereitet hätten, um einen Krieg gegen die USA oder Israel führen zu können, wenn sie angegriffen würden. Die feindlichen Streitkräfte würden schnell vernichtend geschlagen.


Nirgends ein Plakat mit Rouhani.

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