Kobane und kein Ende

Der Religiöse Führer des Irans
Der Führer der Islamischen Republik Iran Ajatollah Chamene‘i gehört sicher zu denen, die einiges zur Organisation IS (Islamischer Staat – vor dem 30. Juni 2014 ISIS /Islamischer Staat im Irak und Syrien) und zur al-Kaida zu sagen haben. Denn als nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 die Angriffe auf al-Kaida-Verstecke in Afghanistan begannen, haben viele der Gesuchten im Iran Zuflucht und Unterstützung gefunden. So überrascht es nicht, dass von al-Kaida Kritik am Iran vermieden wird, schließlich will man seinem Gastgeber gegenüber nicht undankbar sein. Aber was Ajatollah Chamene‘i heute äußerte, bringt niemanden weiter, der Fakten wissen will, die behält er für sich. Statt dessen hört man aus dem Munde des Ajatollah Chamene‘i die üblichen Floskeln, nämlich dass „das hinterhältige Großbritannien“ die Organisation „Islamischer Staat“ und auch die al-Kaida geschaffen habe, um gegen die Islamische Republik (Iran) zu kämpfen. Jetzt hätten sie sich mit ihrer eigenen Schöpfung selbst in Bedrängnis gebracht. Der Ajatollah holt damit nur wieder die alten Feindbilder aus der Klamottenkiste, das ist auch alles im Propagandakrieg. Fakten wären interessanter gewesen, aber was will man von einem Theologen erwarten?

Irans Kurden gehen auf die Straße
Nun leben Kurden nicht nur im Irak, in Syrien und der Türkei, sondern auch im Iran. Neben den iranisch-kurdischen Gruppen wie der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran und der linken Komele gibt es auch eine bewaffnete Gruppe im Iran, die der PKK nahesteht, die Pejwak. Alle werden drei von der iranischen Regierung bekämpft. Mit anderen Worten, Informationen über die Vorgänge in der Türkei können in der Zeit des Internets sehr direkt ausgetauscht werden und erreichen die iranischen Kurden rasch. Mit der zunehmenden Dauer der Belagerung von Kobane und der Zuspitzung der Lage in der benachbarten Türkei kam es deshalb in den letzten Tagen auch im Iran zu Demonstrationen. So haben vorwiegend kurdische Studenten in Teheran eine Protestkundgebung vor der türkischen Botschaft abgehalten, die auch von anderen Studentenorganisationen unterstützt wurde. In verschiedenen Stadtteilen von Teheran wurden Demonstrationen zur Unterstützung der Kurden abgehalten. Die Zahl der Protestierenden vor der türkischen Botschafter soll die Tausend überstiegen haben. Während die Behörden die Proteste in Teheran gewähren ließen, sieht es in den kurdischen Städten des Irans anders aus.

Festnahmen in den kurdischen Gebieten Irans
In Mahabad, in Sandandadsch, in Mariwan, in Sardascht und selbst in einigen kurdischen Dörfern gingen die Menschen mehrfach auf die Straße, um die Kurden in Kobane zu unterstützen und gegen das Verhalten der türkischen Regierung zu demonstrieren. Dort nahm die Regierung in den Folgetagen Demonstrationsteilnehmer direkt auf der Straße fest als auch später bei sich zu Hause. Die Forderung der iranischen Kurden an die türkische Regierung ist, die Grenze zu öffnen und Waffenlieferung an die kurdischen Milizen in Kobane nicht zu behindern. Die iranischen Kurden werfen der türkische Regierung vor, sie unterstütze die IS, da die IS in der Türkei in den kurdischen Gebieten Büros unterhalte und von dort aus Islamisten organisiert habe, die während der Kurdendemonstrationen in der Türkei auf die Kurden geschossen hätten. In türkischen Medien ist dieser Vorwurf noch nicht zu hören, dort wird allerdings der Vorwurf laut, dass die Türkei zwar als humanitäre Hilfe verletzte Kämpfer der IS aufgenommen und behandelt hätte, sie danach aber nicht etwa verhaftet und wegen möglicher Straftaten vor Gericht gestellt habe, sondern die geheilten Kämpfer wieder nach Syrien zurückgehen lassen habe. Das sei keine neutrale Haltung mehr, sondern Unterstützung einer kämpfenden Seite.

Und was sagt Baschar al-Assad?
Baschar al-Assad, der weiter amtierende Präsident Syriens, benötigt keine Worte. Dafür hat er die Luftstreitkräfte. Und die schickt er dann, wenn die „Freie Syrische Armee“ (der bewaffnete Arm der syrischen Opposition gegen das Assad-Regime) gegen die Einheiten der Organisation „Islamischer Staat“ kämpft. Er schickt sie nicht, wenn der „Islamische Staat“ eine Region nach der anderen in Syrien einnimmt, die nicht unter Assads Kontrolle steht. Er hat sie auch nicht gegen die kurdischen Einheiten in den drei Kantonen Afrin, Kobane und Dschesire eingesetzt, als diese die Autonomie verkündeten.

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