Staatspräsident Erdogan hat die „Republik“ im Visier

Am 14. Januar 2015 um 1 Uhr nachts hielten acht Polizisten – fünf in Zivil, drei in Uniform – ohne Beschluss der Staatsanwaltschaft oder eines Gerichts die LKWs an, die sich anschickten, die Druckerei des Doğan Printing Center im Istanbuler Stadtteil Hadımköy zu verlassen. Sie nahmen ein Exemplar der aktuellen Ausgabe von Cumhuriyet („Die Republik“) mit, um sie dem Staatsanwalt zu bringen. 40 Minuten später durften die LKWs mit ihrer Ladung die Druckerei verlassen.

Gegen die Zeitung „Cumhuriyet“ sowie gegen zwei Kommentatoren der Zeitung wurde anschließend ein Verfahren wegen „Beleidigung religiöser Werte“ eingeleitet. Cumhuriyet hatte aus Solidarität mit den in Paris ermordeten Mitarbeitern von Charlie Hebdo am 14. Januar 2014 vier Seiten mit Karikaturen von Charlie Hebdo veröffentlicht, die beiden Kommentatoren hatten ihrem Artikel außerdem eine Charlie-Hebdo-Karikatur mit dem Bild Mohammads beigefügt.

„Die Republik“ (Cumhuriyet) ist eine den Ideen von Atatürk verpflichtete Zeitung, bei der das Wort liberal noch etwas mit Freiheit zu tun hat und nicht mit Steuerhinterziehung.

Das war auch der Grund, weshalb ihr Journalist Ugur Mumcu 1993 ermordet wurde. Die Mörder sind bis heute nicht gefasst.


Nach der Ermordung von Ugur Mumcu: Wir werden ihn nicht vergessen!

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